Was für ein Mensch ist man, wenn man zwar Liebe spüren kann, aber Nähe einen in Angstzustände versetzt? Wer bin ich? Kann ich denn lieben, auch wenn ich Nähe nicht ertrage? Es liegt nicht an dir, oder sonst wem. Ich allein trage Schuld daran, dass ich langsam zu schwinden scheine. Und? Was tue ich dagegen? Anscheinend nicht genug. Immer noch fühle ich mich wenig anders als vor einigen Jahren. Nur eines hat sich geändert. Ich habe verstanden.

Ich weiß nun warum ich das tat was ich tat. Ich weiß warum ich es fühlte. Und ich weiß warum ich meinen Verstand ignorierte. Mein größter Fehler. Heute weiß ich es. Hätte ich es damals gewusst, hätte ich dann anders gehandelt? Ich weiß es nicht. Es war das was ich brauchte. Glaubte ich. Hätte ich mich selbst überwunden und mich bei meinen Freunden so gezeigt wie ich wirklich bin, dann wäre jetzt vielleicht alles besser. Vielleicht. Wäre ich es richtig angegangen, hätte mich sicher niemand ausgelacht hätte ich mich gezeigt. So wie ich fürchtete. Aber ich habe mich schlussendlich selbst zerstört.

Ich will es ändern, doch ich kann es nicht. Ich habe es immer wieder versucht, doch hinter der nächsten Ecke wartete wieder das nächste Loch. Und ich fiel. Immer wieder. Ich weiß nicht, ob man dies als die normalen Hochs und Tiefs bezeichnen kann, die ein Leben nun mal in sich birgt. Wenn es so wäre, würde ich mir dann diese Gedanken machen? Immer und immer wieder? Warum habe ich die Nähe bei etwas gesucht das nicht da ist? Dachte ich, so könne ich genug Distanz wahren um nicht verletzt zu werden? Mir war nicht bewusst was ich tat. Ich offenbarte mich, fühlte mich sicher.

Ich habe alles ignoriert; meine Freunde. Ich zweifelte an ihnen. Aber natürlich sind sie nicht perfekt. Sie können doch nicht wissen, wie es mir geht, wenn ich ihnen nur etwas vorspiele. Sollten sie hinter die Fassade blicken? Ich weiß es nicht. Wer weiß wie viele Mauern mir schon die Wahrheit verwehrt haben ohne dass ich es merkte. Und immer wenn sie mir so nah kamen dass ich befürchten musste, dass sie es merken würden, blockte ich ab. Dann hatte ich schon etwas vor, oder hatte sonst etwas zu tun. Es kamen keine Fragen. Wie auch? Gedanken lesen konnte auf dieser Welt bisher noch niemand.

Und ich klammerte mich an meine Illusion, welche mich in eine andere Welt zog. In dieser Welt konnte ich dem entfliehen, was mich dieser Illusion erst in die Arme getrieben hatte. Ich fühlte mich für einen kurzen Moment nicht mehr allein, dachte es gäbe jemanden den es wirklich kümmerte.

Liebe, ein schönes Wort. Und ich glaubte wirklich daran. Tue ich es heute noch? Ich glaube schon. Aber ich habe es zu etwas Übermächtigen gemacht, was es wahrscheinlich nicht ist. Ich blocke noch immer alle Nähe ab, wenn ich spüre, dass es um mehr als Freundschaft geht. Und wie soll jemand, der mich nicht kennt, der meine Geschichte nie gelesen hat, da sie niemand aufschrieb, wie soll dieser Jemand erkennen wer ich bin? Wie kann die Liebe eine so große Macht haben? Eine weitere Illusion, mit welcher ich meine Verletzlichkeit und Kühle rechtfertige.

Bald ist es zu spät. Und ich kann noch immer nichts daran ändern. Ich habe das Gefühl, dass wenn ich mich zeige, und man mir die Angst aus dem Leib reißt, dass mir damit auch meine Seele entrissen wird. Diese Angst zeigt sich nicht. Ich verstehe sie in solchen Momenten nicht. Erst später, und vielleicht zu spät. Wie konnten meine Angst und meine Unsicherheit größer werden als mein Verstand, welcher die Wahrheit erkennen sollte? Über mich. Zum richtigen Zeitpunkt. Und jetzt? Jetzt verfolgt es mich immer noch und keiner weiß es. Nur ein lustiges Thema was dann und wann wieder aufgegriffen wird, und mich jedes Mal von neuem verletzt. Wie kann ich wissen was ich getan hätte wenn all dies nicht passiert wäre? Ich würde es nun tun, doch ich weiß es nicht.

Alles was bleibt ist ein depressives Etwas, was auf seinem Bett sitzt und bescheuerte Texte schreibt. Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung? Das wäre ja mal zu schön.

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